Anleitung im Bereich Tools & Utilities

Gelöschte Daten wiederherstellen

Geschrieben von TheDarkLord am 12.01.2010 um 20:02:09 Uhr, 14 Antworten, 5483 Aufrufe

Hallo Gemeinde

Wem ist das nicht schon passiert: Man hat unbeabsichtigt die falschen Daten gelöscht!
Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren und KEINE großen Dateiveränderungen zu provozieren wie kopieren, verschieben, herunterladen etc. - ausser natürlich Recuva, wenn man es noch nicht hat face-wink
Besteht die Möglichkeit, sollte man natürlich an einem anderen PC das Programm herunterladen und installieren. Dann die Festplatte als zusätzlichen Datenträger anschließen und scannen. Das minimiert das Risiko noch mehr, dass gelöschte Dateien überschrieben werden. Verändert man aber nichts mehr im Dateisystem, stehen die Chancen auch ohne Festplattenausbau ziemlich gut! (Danke für den Hinweis, maretz)

  1. Recuva herunterladen und installieren.
  2. In den Einstellungen bei Aktionen alle Haken entfernen und nur Tiefenscan anklicken.
  3. Im linken Dropdown-Menü die Festplatte wählen, wo die Dateien gelöscht worden sind.
  4. Wenn man noch weiss, um was für Dateien es sich gehandelt hat, kann man diese rechts neben "Scan" angeben, wenn es z.B. MP3-Dateien waren, einfach "*.mp3" angeben, dann werden auch NUR MP3-Dateien angezeigt. Das kann man aber auch nach dem Scan noch machen, um die gefundenen Dateien etwas zu sortieren bzw. ungewünschtes auszuschließen.
  5. Nun klickt man auf "Scan" und wartet.
  6. Ist der Scan abgeschlossen, sieht man in der Liste, welche gelöschten Dateien noch gefunden worden sind. Die Farbe indiziert, wie groß die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wiederherstellung ist. Grün heißt z.B., dass der Zustand exzellent ist und sie noch nicht überschrieben worden ist. Nähere Infos zur Wiederherstellungswahrscheinlichkeit kann man auch in der Liste bei "Zustand" oder rechts bei "Info" bekommen.
  7. Man wählt die Dateien aus, welche man "entlöschen" möchte und klickt auf "Wiederherstellen"
  8. Nun wählt man einen Pfad aus, wo die Dateien gespeichert werden sollen. Sicherer ist es, eine andere Partition zu nehmen, aber bei exzellentem Zustand hat das bei mir auch immer bei Auswahl der selben Partition funktioniert!
  9. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, kann man nachlesen, wie viele Dateien erfolgreich wiederhergestellt werden konnten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tools, welche ich getestet habe, ist sowohl der Scanvorgang sehr gründlich und merklich schneller, als auch der Dateiname meist komplett wiederherstellbar!
Ich hatte mal ein Recoveryprogramm (Name ist mir entfallen), das hat Dateien gefunden und wiederhergestellt, aber der Name war nur ein Buchstabensalat. Ich musste dann erst herausfinden, um was für eine Dateiendung es sich handelte und wie sie heissen könnte - bei vielen vielen MP3s oder Bildern z.B. unter umständen ein seeeehr aufwendiger Prozess face-wink

Fazit:
Wenn man nicht zu lange wartet und noch 100er GB an Daten umherkopiert, bevor man nach gelöschten Dateien sucht, hat man eine äußerst hohe Erfolgschance, mit Recuva die gelöschten Dateien wiederherzustellen!

Gruß Dark
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14 Antworten
1
maretz schreibt am 13.01.2010 um 10:49:01 Uhr
Moin,

einen Tipp würde ich noch dazugeben: Ich würde die Festplatte auf der ich was gelöscht habe versuchen in einen anderen PC oder in ein USB-Gehäuse zu bauen und den Download/die Installation auf dem anderen PC auf dessen lokaler Festplatte durchführen!

[quote]
Ist ja auch ein kleiner Widerspruch: "Ruhe zu bewahren und KEINE großen Dateiveränderungen zu provozieren (herrunterladen,....)
1) Recuva herrunterladen und installieren
2
TheDarkLord schreibt am 13.01.2010 um 10:52:09 Uhr
Ok, ich passe den Satz etwas an face-wink
3
it-frosch schreibt am 13.01.2010 um 17:24:51 Uhr
Hallo,

wenn man mehrere Versuche haben will dann sollte man ein Image der zu bearbeitenden Platte auf eine zweite HD ziehen.
Acronis, Partimage wären mögliche Programme dafür.
4
aseyfarth schreibt am 13.01.2010 um 21:20:49 Uhr
Hallo, funktioniert das auch mit Daten, die noch da sind, aber auf der externen Festplatte nicht mehr zu lesen sind, weil die Ordner und Dateien auf einmal total kryptische Zeichen in der bezeichnung haben?

Festplatte ist eine externe USB mit separatem Stromanschluss
Betriebssystem ist VISTA Home Premium
Größe der Platte 1000 GB oder 1 TB
Platte wird in Windows, über Knoppix oder über einen anderen PC gefunden und auch gemountet, aber es die Ansicht der Daten ist überall gleich - kryptische Zeichen in Ordner und Dateinamen.

Bitte um Info an meine Mailadresse, da ich nicht weiter weiß. Änderungen gab es natürlich auf dieser Platte nicht mehr.

Scandisk zeigt mir verlorene Cluster an. Ich traue mir auch nicht zu reparieren. Wenn Recuva nicht funktioniert, gibt es ein anderes Tool, mit dem ich die Daten retten kann?

Liebe Grüße

Andrea
5
maretz schreibt am 13.01.2010 um 22:18:08 Uhr
Moin Andrea,

a) ist deine Email-Adresse nicht für jeden hier unbedingt sichtbar
b) hilft ein Tipp den man dir per Email schickt wohl keinem weiter der dasselbe Problem hat und hier eine Lösung suchen möchte
c) scheint dein Problem nicht so groß zu sein wenn es dir nichtmal die 2-3 Klicks wert ist um in diesen Thread zu gelangen...

Falls du es aber faszinierenderweise trotzdem geschafft hast auf die Mail die mein Eintrag hier grade erzeugt zu klicken und in diesen Thread zurück findest:
Es ist immer gut wenn du solche Platten dann an möglichst vielen Rechnern nutzt und die auch hier und dort mal mountest. Denn wie du sicher weisst wird auch beim Einlesen ggf. mal auf der Platte geschrieben - u.A. der letzte Zugriff auf die Dateien. Ebenfalls legen verschiedene Systeme auch gleich noch ein paar andere Ordner mit an (recycled usw.). Aber: Wenn du etwas glück hast dann können Tools wie dieses Recuva oder z.B. EasyDataRecovery, GetDataBack usw. dir da helfen. Je nachdem was eben zwischenzeitlich auf der Platte alles versucht wurde - da die Chance mit zunehmenden Versuchen eher ab- als zunimmt!

Ich würde dir empfehlen eben auf einem Rechner besagte Tools zu installieren und damit mein Glück versuchen... Achso - und sollte es mit einem dieser Tools funktionieren dann schicke mir bitte KEINE Mail das es geklappt hat - sondern schreibe hier eben mit welchem Tool das geklappt hat. Der nächste der z.B. durch Google auf diesen Thread kommt wird es dir danken!
6
TheDarkLord schreibt am 14.01.2010 um 08:42:49 Uhr
Hallo face-smile

Da pflichte ich maretz vollkommen bei - ein Lösungsweg sollte immer für alle im Forum ersichtlich sein!

BTW: Du kannst auch ein Image der Platte erstellen und danach versuchen, die Cluster reparieren zu lassen. Sollte was schief gehen, kannst Du das Image immer noch zurück spielen und hast wieder deine kryptischen Daten.

Zuerst würde ich mit Recuva versuchen, Daten wiederherzustellen. In den Einstellungen kannst Du "auch nach nicht gelöschten Daten suchen" markieren, was helfen kann, fehlerhafte Partitionen zu retten. Vielleicht findest Du mit dieser zusätzlichen Einstellung und einem Scan Deine Daten und kannst sie auch "unkryptisch" wiederherstellen.

ALLERDINGS: Du sprichst von einer 1TB-Platte - sollte diese voll mit Daten sein, benötigst Du natürlich noch ein weiteres TB freien Speicherplatz, wo die Daten hingespeichert werden können...

Gruß Dark
7
Taumel schreibt am 18.01.2010 um 16:11:42 Uhr
"Recuva" ist schon ein gutes Programm. Ich selbst bevorzuge "Filescavenger", welches allerdings nur in englisch ist. Aber es ist selbsterklärend und hat mir Daten hervorgezaubert, wo ich mir sicher war, dass da nichts mehr zu retten ist. Allerdings ist es auch recht teuer in der Anschaffung. Habe vor 2 Jahren dafür 189 $ bezahlt. Von daher ist sicherlich Recuva die bessere Wahl, da kostenlos.
Viel Erfolg!
Taumel
8
El-Larso schreibt am 18.02.2010 um 13:12:32 Uhr
Hallo,

leider funktioniert das Programm nicht mit Netzlaufwerke.
Schade.

Gruß
9
maretz schreibt am 18.03.2010 um 18:09:44 Uhr
Ähm - du möchtest Daten auf einem NETZLAUFWERK wiederherstellen? Nun - da wirst du mit den meisten Programmen Probleme haben (der RICHTIGE weg wäre das du das Programm einfach auf dem Server ausführst - da ist es ja die lokale Platte). Denn: Übers Netzwerk siehst du nunmal keine wirkliche Platte (ausnahmen wie iSCSI usw. lasse ich mal aussen vor) - sondern eine Freigabe vom Server. Du hast keinen direkten Zugriff auf die Festplatte - darum kümmert sich NUR der Server. Und dann weisst du auch warum du nicht nach bestimmten Sektoren usw. scannen kannst... (es ist dem Client zimlich egal ob die Datei nun in Sektor 1, Spur 2 liegt - oder ob die in der MFT eingetragen ist... DER sagt nur "ich will die" und der Server besorgt es ihm ;) ).

Deshalb gehen Dateien vom Server auch idR. nicht in den Mülleimer wenn du die löscht - da am Ende keiner mehr wüsste auf welchem Client die Datei nun im Mülleimer liegt wenn die gelöscht wurde! Also spart man sich das ganz...
10
cardisch schreibt am 02.03.2010 um 08:57:27 Uhr
Ich bevorzuge das stockalte "Easysrecovery" von Kroll Ontrack, ich denke aber, dass das Geschmackssache ist.
Ich habe aber bis jetzt kein Programm gefunden, das so gut ist.
Nichtsdesdotrotz:
IMAGE erstellen und mit dem Clone weiter arbeiten (am besten ist, du machst mit h2copy oder Acronis eine Sektor-Kopie).
Die kryptischen EInträge im Inhaltsverzeichnis hatte ich auch mal ist laaaaaaaaaaaaaange her, da kamen die ersten Platten mit mehr als 128 GB auf den Markt (ich hatte damals noch Win2000) und die meisten OS´se kamen mit der 48bit-Adressierung noch nicht zurecht.
Seitdem habe ich mir angewöhnt den "bigLba"-Schlüssel IMMER zu setzen (zumindest bis XP).
Das Directory hatte damals hauptsächlich ostasiatische Schriftzeichen und war nicht mehr zentriert.
Sollte dem so sein, google mal nach dem Registryschlüssel biglba und setz den.
Ich hatte damals aber das Glück, von zwei kleinen auf die damals große 160er Platte kopier zu haben, so dass ich die Daten noch original hatte.

Viel Spaß und vor allem viel Glück

Carsten
11
TrellisP schreibt am 17.03.2010 um 12:14:56 Uhr
Ich habe früher so ziemlich alle Programme getestet, die es gibt. Aber keines war 100% zufriedenstellend. Das erwähnte Recuva kenne ich noch nicht.
Aber ich möchte ein Tool erwähnen was seeehr unbekannt zu sein scheint, aber wirklich extrem gut arbeitet. Ich habe bis jetzt immer alles (fast zu
100 %) bei Craschs retten können, auch nach einer Formatierung etc. Das tool heist "r-studio". Einfach mal testen....
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Taumel schreibt am 17.03.2010 um 17:38:12 Uhr
Kaufpreis ab 50 Euro...

Ist sicherlich für diejenigen interessant, die wirklich wertvolle bzw. sensible Daten zu retten haben. Aber ansonsten...
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TrellisP schreibt am 17.03.2010 um 18:10:52 Uhr
50 € ist eigentlich ein super Preis. Günstiger gehts kaum. Die Version für Privatanwender von Onetrack bspw. kostet das doppelte
bis vierfache http://www.ontrack.de/datenrettung-softwa ...
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Taumel schreibt am 17.03.2010 um 19:43:50 Uhr
Deswegen ist ja auch Recuva so interessant, weil eben kostenlos.
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